Das Tuch ist das Gesicht Ihrer Markise und zugleich ihr wichtigstes Bauteil - und die Frage nach dem Material entscheidet, wie dieses Gesicht in zehn Jahren aussieht. Der halbe Unterschied steckt in einem einzigen Satz: Beim guten Acryltuch steckt die Farbe in der Faser, nicht auf ihr.
Acryl: der Klassiker der Terrassenmarkise
Spinndüsengefärbtes Acryl bedeutet: Die Farbpigmente werden schon bei der Faserproduktion eingebracht - anders als bei der klassischen Garnfärbung, bei der die Farbe nachträglich auf das Garn kommt. Das Ergebnis ist ein Gewebe, das auch nach Jahren praller Sonne nicht ausbleicht, mit Flächengewichten von etwa 290 bis 300 Gramm pro Quadratmeter. Dazu ist Acryl von Haus aus imprägniert und damit wasserabweisend. Eine Weiterentwicklung ist das Acrylgewebe Lumera mit der CBA-Faser (Clean Brillant Acryl): Ihre glattere, dichtere Oberfläche nimmt Schmutz schlechter an und lässt Farben brillanter wirken. Für die klassische Terrassenmarkise ist spinndüsengefärbtes Acryl die erste Empfehlung.
Polyester: der Spezialist für große Flächen
Hochfestes Polyester punktet mit Formstabilität: Gerade bei großen Spannweiten bleibt das Tuch straff und verzieht sich nicht. Moderne Qualitäten wie das Polyestergewebe mit SNC-Imprägnierung sind schmutz- und wasserabweisend ausgerüstet, dabei luftdurchlässig, wetterbeständig und immun gegen Verrottung. Deshalb findet sich Polyester besonders dort, wo Flächen groß und Beanspruchung hoch sind - etwa bei Großschirmen und in der Gastronomie.
Die Spezialisten: Screen, PVC-beschichtet und Schirmmembranen
Jenseits der beiden Klassiker gibt es Gewebe für klare Sonderaufgaben. Screen-Gewebe nehmen an Fenstermarkisen die Blendung, lassen aber den Blick nach draußen frei. PVC-beschichtetes Polyester wie das Precontraint 302 ist durch verschweißte Segmente zu 100 Prozent wasserdicht und zudem schwer entflammbar nach DIN 4102-B1 - die Wahl für Anlagen, die auch ein Regendach sein müssen. Und bei Großschirmen zeigt die betex-05-Membrane von BAHAMA, was Polyester mit transparenter Beschichtung leistet: UV-Schutz UPF 50+ und eine Wassersäule von mindestens 1.000 Millimetern.
Was die Zahlen auf dem Datenblatt bedeuten
Zwei Angaben helfen beim Vergleichen. Das Flächengewicht in Gramm pro Quadratmeter beschreibt, wie viel Material im Tuch steckt - hochwertige Acryl-Markisentücher liegen um 290 bis 300 Gramm, das MayTex-Acryl der MAY-Schirme etwa bei 300 Gramm. Die Wassersäule nach EN 20811 sagt, wie viel Wasserdruck das Gewebe hält, bevor es durchlässt: Die Acryltücher der CARAVITA-Schirme schaffen je nach Qualität 300 bis 460 Millimeter - genug für den Schauer, während echte Regendächer wie die beschichteten Membranen vierstellig liegen.
Und die Auswahl? Größer, als man denkt
Das Material entscheidet über die Haltbarkeit, das Dessin über den Charakter - und hier ist die Auswahl beachtlich: MOBAU etwa bespannt seine in Deutschland gefertigten Markisen mit spinndüsengefärbtem Markenacryl von Sattler aus einer Kollektion mit weit über dreihundert Dessins, und bei den CARAVITA-Schirmen stehen mit dem Acryl-Markisentuch, dem Lumera und dem Swela Sunvas gleich drei Tuchlinien zur Wahl. Von zurückhaltendem Uni über klassische Blockstreifen bis zu feinen Strukturgeweben ist praktisch jeder Ton zu haben.
Welches Tuch für wen?
Für Terrasse und Balkon: spinndüsengefärbtes Acryl - lichtecht, farbstabil, wasserabweisend. Für sehr große Flächen und den Dauereinsatz im Gewerbe: hochfestes Polyester oder PVC-beschichtete Gewebe. Für Fenstermarkisen: Screen, wenn die Sicht bleiben soll, oder dichtes Gewebe, wenn das Schlafzimmer dunkel werden soll. Und wenn die Markise Regen können muss, führt an wasserdichten Tüchern kein Weg vorbei - welche das sind, steht in unserem Beitrag Markise bei Regen.
Und wenn Ihr jetziges Tuch nach vielen Sommern müde geworden ist: Oft braucht es keine neue Markise, sondern nur ein neues Tuch - wann sich das lohnt, lesen Sie unter Markise neu bespannen.

